Die Hitzewelle hat Deutschland fest im Griff, alte Rekordtemperaturen werden gleich reihenweise überboten. Wer bei diesem Wetter keinen Urlaub hat und im Büro schwitzen muss, sollte in jedem Fall viel trinken. Doch wie kann die Arbeit im aufgeheizten Büro erträglicher gemacht werden? Gibt es eine Obergrenze für die Temperatur am Arbeitsplatz? Muss der Arbeitgeber seinen Angestellten gar Hitzefrei gewähren? Arbeitsschutzexperte Ken Hauser vom TÜV Thüringen klärt auf.

Klimatisierte Büros sind in Deutschland noch lange kein Standard. Bei Außentemperaturen weit über 35 Grad Celsius heizen sich viele Büros entsprechend schnell auf. Einen Anspruch auf klimatisierte Räume oder gar Hitzefrei kennt das Arbeitsrecht zwar nicht, die Arbeitgeber sind bei Hitze aber dennoch gefordert.

Bereits ab einer Lufttemperatur von über 26 Grad am Arbeitsplatz muss der Arbeitgeber geeignete Maßnahmen ergreifen. Denn ab dieser Grenze kann es in Einzelfällen schon zu einer Gesundheitsgefährdung kommen, beispielsweise bei körperlich schwerer Arbeit oder wenn gesundheitlich Vorbelastete und besonders schutzbedürftige Beschäftigte tätig sind. Arbeitgeber sollten daher ab 26 Grad kostenlos geeignete Getränke zur Verfügung stellen.

„Die Raumtemperaturgrenzen am Arbeitsplatz sind in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten beschrieben. Darin sind auch entsprechende Maßnahmen vorgegeben, die der Arbeitgeber bei Hitze ergreifen sollte, um die Gesundheit seiner Arbeitnehmer zu schützen“, weiß Ken Hauser vom TÜV Thüringen. Hierzu zählen auch wirksame Sonnenschutzmaßnahmen. Ken Hauser empfiehlt, Jalousien auch nach der Arbeitszeit geschlossen zu halten und für eine effektive Nachtauskühlung zu sorgen. Spätestens bei Temperaturen über 30 Grad am Arbeitsplatz müssen wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um die Belastung der Beschäftigten auf ein Minimum zu reduzieren.

Die Angestellten können sich natürlich auch in Eigenregie helfen. Ken Hauser empfiehlt das Lüften der Büros in den Morgenstunden. Dabei sollten auch die Büros von Kollegen gelüftet werden, die erst später zur Arbeit kommen oder abwesend sind. Auch organisatorische Maßnahmen wie eine Gleitzeitregel oder die Lockerung der Bekleidungsvorschrift können effektive Maßnahmen sein und die Hitze erträglicher machen. Übersteigt die Raumtemperatur sogar die 35 Grad-Marke, ist der Raum ohne spezielle technische, organisatorische oder personenbezogene Vorkehrungen nicht länger als Arbeitsraum geeignet. Experten sprechen dann von sogenannter Hitzearbeit, wie sie beispielsweise in der metallverarbeitenden Industrie vorkommt.

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