Damit beim Betanken von Schienenfahrzeugen keine Gefahren für die Umwelt entstehen, prüft der TÜV Thüringen regelmäßig die Leichtflüssigkeitsabscheider der Deutschen Bahn. Am Güterbahnhof Saalfeld zeigten sich jetzt ein weiteres Mal die Vorteile des neuen Abscheiderprüffahrzeugs. Die Prüfung vor Ort kann direkt am Computer im Messfahrzeug nachvollzogen werden.

Beim Umgang mit Kraftstoffen darf nichts schief gehen. Neben der Explosionsgefahr besteht beim Betanken von Fahrzeugen oder Befüllen von Tanklagern immer auch eine Gefährdung für die Umwelt. Auslaufende Kraftstoffe könnten ungehindert ins Erdreich eindringen und dann das Grundwasser verschmutzen. Aus diesem Grund sind Tankstellen mit sogenannten Leichtflüssigkeitsabscheidern ausgerüstet, die beim Tankvorgang entwichene Kraftstoffe auffangen und aus dem Abwasser herausfiltern können. Das ist nicht nur bei Tankstellen auf unseren Straßen so, auch die Betankungsanlagen der Deutschen Bahn müssen die hohen Anforderungen an Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen erfüllen. Bei der Prüfung der Abscheideranlagen setzt die Deutsche Bahn Energie GmbH auf die Umweltkompetenz des TÜV Thüringen.

Wenn die Umweltexperten des TÜV Thüringen mit ihren Prüffahrzeugen zum Kunden fahren, haben sie jede Menge Prüftechnik an Bord. Druckluftschläuche in unterschiedlichen Längen, Pegelmess- und Nivelliergeräte sowie Absperrblasen in verschiedenen Größen müssen in ihren Einsatzfahrzeugen untergebracht werden. Da kann es manchmal eng werden. Die Prüfung der unterirdischen Abscheideranlagen ist sehr aufwendig und benötigt je nach Größe der Anlage oft zwei Kollegen. Und weil beim Abstieg in die Unterwelt nicht immer alles sauber ist, ist eine persönliche Schutzausrüstung umso wichtiger. Staubschutzanzug und vor allem ein Gaswarngerät sind Pflicht.

Um die Dichtheit der kanalartigen Behälter unter der Oberfläche zu überprüfen ist außerdem viel Wasser nötig. Es wird von einem Serviceunternehmen in großen Tanklastwagen angeliefert. Bei der Wasserdruckprobe wird der mehrere Kubikmeter fassende Behälter bis zum Rand gefüllt. Dabei darf sich der Pegelstand über eine halbe Stunde hinweg nicht verändern. Im Anschluss an die Wasserdruckprobe wird ein Anstieg des  Wasserpegels simuliert. Dazu werden je nach Behältervolumen beispielsweise 250 Milliliter Wasser in den Abscheiderbehälter gegossen, so sieht es die DIN 1999-100:2016-12 vor. Und siehe da: Der minimale Anstieg des Füllstandes ist sofort am Computerdisplay abzulesen. Die Genauigkeit der Messungen hat aber auch Nachteile: Wenn aus Versehen etwas Wasser vom Schlauch des Tanklastwagens in den Abscheider fließt, ist das Messergebnis verfälscht und die Prüfung muss wiederholt werden. Doch solche Unwägbarkeiten kennen die TÜV Thüringen-Sachverständigen zur Genüge. Auch kleinere Mängel an den Anlagen können nach beziehungsweise während der Prüfung vom Betreiber abgestellt werden.

Die neu zum Einsatz kommenden Prüffahrzeuge vom Typ VW Crafter sind Messstation und mobiles Büro zugleich. Das geräumige Fahrzeug erlaubt es auch bei schlechtem Wetter, nach und während einer Prüfung am Computer E-Mails zu beantworten, Prüfberichte zu erstellen oder mit Kunden zu telefonieren.